
Im 19. Jahrhundert haben die Menschen den Wolf in der Schweiz ausgerottet. Jetzt kehrt er wieder zurück.
Der WWF setzt sich dafür ein, dass Wölfe und Menschen gut nebeneinander leben können. Auch wenn der Wolf in «Rotkäppchen» und anderen Märchen als Bösewicht auftaucht – er ist ein scheues Tier, das dem Menschen aus dem Weg geht.
Wölfe besiedeln viele verschiedene Lebensräume. Sie kommen in dichten Wäldern, aber auch in offenen Steppenlandschaften und im Gebirge vor. Für die Wölfe ist es vor allem wichtig, dass sie in ihrem Revier genügend Nahrung finden.
Die Grösse des Reviers hängt stark davon ab, wie viele Beutetiere in einem Gebiet leben: Gibt es viele Beutetiere, sind die Reviere der Wölfe kleiner.
Wölfe ernähren sich hauptsächlich von Fleisch. Pro Tag benötigen sie davon etwa drei bis vier Kilogramm.
Im Rudel können sie grosse Tiere wie Elche oder Hirsche erlegen. Sind sie alleine unterwegs, jagen sie vor allem Rehe, Gämsen oder auch Hasen und Murmeltiere. Daneben fressen sie auch Aas, menschliche Abfälle, Insekten, Früchte und Beeren.
Wölfe haben eine sehr feine Nase. Ein totes Tier können sie aus mehreren Kilometern Entfernung riechen.
Wölfe leben einzeln oder in Rudeln. Meistens leben drei bis neun Wölfe in einem Rudel. Das kleinste Rudel besteht aus dem Männchen, dem Weibchen und ihrem Jungtier.
Wölfe verständigen sich auf viele verschiedene Arten miteinander. An Gesichtsausdruck und Körperhaltung erkennen sie die Stimmung eines anderen Wolfes. Auch Geräusche wie Winseln, Knurren und Heulen sind dabei wichtig.
In einem Wolfsrudel paart sich meistens nur das Alpha-Paar. Alle anderen Mitglieder des Wolfsrudels helfen bei der Aufzucht der Jungen mit.
Die Paarung findet zwischen Februar und März statt. Nach etwa zwei Monaten bringt das Weibchen in einer Höhle drei bis sechs Junge zur Welt. Bei der Geburt sind die Welpen noch blind und nur wenig behaart.
Während den ersten vier bis sechs Wochen ernähren sich die Welpen nur von Muttermilch. Danach beginnen sie Fleisch zu fressen.
Wölfe reissen nicht nur Wildtiere, sondern hin und wieder auch Nutztiere wie Schafe und Ziegen, wenn diese ungeschützt sind. Weil es bei uns lange keine Grossraubtiere mehr gab, mussten die Bauern und Hirten die Tiere nicht mehr schützen, und es ging vergessen, wie man Herden am besten schützt. Heute weiss man das wieder, aber immer noch möchten viele Menschen das Problem mit dem Gewehr lösen.
Der Lebensraum des Wolfes wird zudem kleiner und zerstückelter. Dadurch finden Wölfe nicht genug Futter zum Überleben.
Der WWF setzt sich für den Schutz von Schaf- und Ziegenherden ein. Das geschieht durch Elektrozäune, aber auch durch Herdenschutzhunde.
Der WWF hilft mit, die Bevölkerung über den Wolf zu informieren. Er will damit erreichen, dass die Menschen die Furcht vor dem «bösen Wolf» verlieren. Denn eigentlich sind Wölfe scheue Tiere, die sehr zurückgezogen leben und die Nähe zu Menschen möglichst meiden.